Degenerative Myelopathie beim Hund
Neurologie- Kategorie
- Neurologie
- Notfall
- Nein, kein akuter Notfall
- Betroffene Rassen
- Deutscher Schäferhund, Corgi, Boxer, Rhodesian Ridgeback
- Verwandtes ActiDog-Thema
- Muskulatur
Was ist das?
Die Degenerative Myelopathie (DM) ist eine langsam fortschreitende, unheilbare Erkrankung des Rückenmarks, die vor allem bei älteren Hunden größerer Rassen auftritt. Sie ähnelt in ihrem Verlauf der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) beim Menschen. Bei der DM kommt es zu einem schmerzlosen Abbau der weißen Substanz im Rückenmark, was zu einer fortschreitenden Lähmung führt.
Symptome
- Beginnt schleichend mit Koordinationsstörungen der Hinterbeine
- Schwankender, unsicherer Gang
- Überköten (Umknicken der Pfoten), Schleifen der Krallen auf dem Boden
- Muskelschwund an den Hinterbeinen
- Fortschreitende Lähmung der Hinterhand, die sich über Monate bis Jahre entwickelt
- Im Endstadium: Inkontinenz, Lähmung der Vorderbeine und Atemmuskulatur
Ursachen
Die DM wird durch eine Mutation im SOD1-Gen verursacht. Allerdings erkranken nicht alle Hunde, die diese Genmutation tragen. Es wird vermutet, dass weitere, bisher unbekannte Faktoren für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich sind. Besonders häufig betroffen sind Rassen wie der Deutsche Schäferhund und der Welsh Corgi Pembroke.
Wann zum Tierarzt?
Suchen Sie eine Tierarztpraxis auf, wenn Ihr älterer Hund zunehmend unsicher auf den Hinterbeinen wird, die Pfoten nachschleift oder umknickt. Es ist wichtig, andere behandelbare Ursachen für diese Symptome (z.B. Arthrose, Bandscheibenvorfall) durch eine gründliche Untersuchung auszuschließen. Die Diagnose DM wird oft als Ausschlussdiagnose gestellt.
Behandlung
Es gibt keine Heilung für die Degenerative Myelopathie. Die Behandlung zielt darauf ab, die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Der wichtigste Baustein ist die Physiotherapie. Regelmäßige, gezielte Übungen können die Muskulatur erhalten, die Koordination schulen und die Beweglichkeit fördern. Hilfsmittel wie Tragehilfen oder ein Rollwagen können dem Hund im fortgeschrittenen Stadium helfen, mobil zu bleiben.
Vorsorge
Da es sich um eine genetische Erkrankung handelt, ist die einzige Prävention eine verantwortungsvolle Zucht. Züchter können ihre Tiere auf die SOD1-Mutation testen lassen und ihre Zuchtplanung entsprechend gestalten, um das Risiko für die Nachkommen zu minimieren. Für den einzelnen Hund gibt es keine Vorbeugung.
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Betroffene Rassen
Diese Erkrankung tritt gehäuft bei bestimmten Rassen auf, darunter Deutscher Schäferhund, Corgi, Boxer und Rhodesian Ridgeback. Mehr zu rassetypischen Gesundheitsthemen finden Sie auf der jeweiligen Rassenseite.
Häufige Fragen
Hat mein Hund Schmerzen bei der Degenerativen Myelopathie?
Nein, die Erkrankung selbst ist nicht schmerzhaft. Der Abbau der Nervenfasern verursacht keine Schmerzen. Allerdings können durch die Fehlbelastung und den veränderten Gang sekundär schmerzhafte Verspannungen oder Arthroseprobleme entstehen, die behandelt werden sollten.
Gibt es einen Test für DM?
Ja, es gibt einen Gentest, der nachweist, ob ein Hund die verantwortliche Genmutation trägt (frei, Träger oder betroffen). Ein 'betroffener' Hund hat jedoch nur ein erhöhtes Risiko, im Alter an DM zu erkranken – der Test ist keine Diagnose. Er ist vor allem für Züchter wichtig, um die Verbreitung des Gens zu reduzieren.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, meinen Hund gehen zu lassen?
Diese Entscheidung ist sehr individuell und emotional. Der Zeitpunkt ist oft dann gekommen, wenn die Lebensqualität des Hundes stark leidet. Dies kann sein, wenn er permanent inkontinent ist, sich nicht mehr ohne Hilfe aufrichten kann, die Lähmung auf die Vorderbeine übergreift oder er die Freude am Leben verliert. Besprechen Sie diesen schweren Schritt offen mit Ihrem Tierarzt.
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Jetzt Analyse startenDiese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden Ihres Hundes wenden Sie sich bitte an eine Tierarztpraxis. Zuletzt fachlich geprüft: 28. August 2026.