Demodikose beim Hund
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Was ist das?
Die Demodikose ist eine Hauterkrankung, die durch eine übermäßige Vermehrung der Demodex-Milbe (Haarbalgmilbe) verursacht wird. Diese Milben sind in geringer Zahl Teil der normalen Hautfauna fast aller Hunde und leben in den Haarfollikeln. Zu einer Erkrankung kommt es erst, wenn das Immunsystem des Hundes (oft genetisch bedingt oder durch andere Krankheiten geschwächt) die Milbenpopulation nicht mehr unter Kontrolle halten kann.
Symptome
- Lokalisierte Form: Kleine, runde, haarlose Stellen ('Brillenbildung' um die Augen), oft nicht juckend.
- Generalisierte Form: Große, zusammenfließende haarlose Bereiche, Rötungen, Schuppen, Krusten.
- Oft bakterieller Sekundärinfektionen mit Pusteln, eitrigen Entzündungen und starkem Juckreiz.
- Die Haut kann sich dunkel verfärben und verdicken.
Ursachen
Die Neigung zur Entwicklung einer generalisierten Demodikose bei Junghunden wird als erblich angesehen. Die Milben werden in den ersten Lebenstagen von der Mutter auf die Welpen übertragen. Bei erwachsenen Hunden tritt eine Demodikose oft als Folge einer anderen, das Immunsystem schwächenden Grunderkrankung (z.B. hormonelle Störungen, Tumore) oder durch immunsuppressive Medikamente auf.
Wann zum Tierarzt?
Suchen Sie eine Tierarztpraxis auf, wenn Sie haarlose Stellen bei Ihrem Hund bemerken, auch wenn diese nicht jucken. Besonders bei mehreren oder größer werdenden Stellen ist eine Abklärung wichtig, um eine generalisierte Form frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Behandlung
Die lokalisierte Form bei Junghunden heilt oft von selbst ab. Die generalisierte Form erfordert eine langwierige Behandlung mit speziellen, vom Tierarzt verordneten Medikamenten (z.B. Spot-ons, Kautabletten), die die Milben abtöten. Die Therapie muss oft über Monate fortgesetzt werden, bis in Hautgeschabseln keine Milben mehr nachweisbar sind. Bakterielle Sekundärinfektionen werden zusätzlich mit Antibiotika und medizinischen Shampoos behandelt. Bei erwachsenen Hunden muss zudem die zugrundeliegende Ursache für die Immunschwäche gefunden und therapiert werden.
Vorsorge
Eine direkte Vorbeugung ist nicht möglich, da die Milben zur normalen Hautfauna gehören. Die wichtigste präventive Maßnahme ist der Zuchtausschluss von betroffenen Tieren und deren nahen Verwandten. Eine gute Allgemeingesundheit, eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Stress können das Immunsystem stärken und helfen, eine Erkrankung bei erwachsenen Hunden zu verhindern.
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Häufige Fragen
Ist Demodikose ansteckend für andere Hunde oder Menschen?
Nein, die Demodikose gilt nicht als ansteckend. Die Demodex-Milben des Hundes sind wirtsspezifisch und gehen nicht auf Menschen oder Katzen über. Auch eine Übertragung von Hund zu Hund findet bei erwachsenen Tieren praktisch nicht statt, da ein gesundes Immunsystem eine Vermehrung der Milben verhindert.
Darf mit einem Hund, der eine generalisierte Demodikose hatte, gezüchtet werden?
Nein. Da die Anfälligkeit für die juvenile generalisierte Demodikose eine erbliche Grundlage hat, sollten betroffene Tiere konsequent von der Zucht ausgeschlossen werden, um die Krankheit nicht an die Nachkommen weiterzugeben. Dies gilt auch für deren Eltern und Geschwister.
Warum dauert die Behandlung so lange?
Die Behandlung zielt darauf ab, die Milbenpopulation so stark zu reduzieren, dass das Immunsystem des Hundes wieder die Kontrolle übernehmen kann. Dies ist ein langsamer Prozess. Die Therapie muss über das Verschwinden der Symptome hinaus fortgesetzt werden, bis in Kontrolluntersuchungen (Hautgeschabsel) über einen längeren Zeitraum keine lebenden Milben mehr nachweisbar sind. Ein zu frühes Absetzen der Medikamente führt fast immer zu einem Rückfall.
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