Kirschauge (Cherry Eye) beim Hund

Augen
Kategorie
Augen
Notfall
Nein, kein akuter Notfall
Betroffene Rassen
Französische Bulldogge, Beagle, Cocker Spaniel, Deutsche Dogge
Verwandtes ActiDog-Thema
Kein spezifisches Thema

Was ist das?

Das 'Kirschauge' (Nickhautdrüsenvorfall) ist ein Vorfall der Tränendrüse des dritten Augenlids (Nickhaut). Diese Drüse ist für einen erheblichen Teil der Tränenproduktion verantwortlich. Bei einem Vorfall schwillt sie an und wird als rote, kirschähnliche Masse im inneren Augenwinkel sichtbar. Obwohl es dramatisch aussieht, ist es in der Regel nicht schmerzhaft, kann aber zu trockenen Augen und Bindehautentzündungen führen.

Symptome

  • Sichtbare, rote, runde Schwellung im inneren Augenwinkel
  • Die Schwellung kann plötzlich auftreten und manchmal auch wieder verschwinden
  • Vermehrter Tränenfluss oder schleimiger Ausfluss
  • Gelegentliches Reiben am Auge

Ursachen

Die genaue Ursache ist eine Schwäche des Bindegewebes, das die Drüse an ihrer normalen Position hält. Es gibt eine starke genetische Veranlagung, weshalb bestimmte Rassen überproportional häufig betroffen sind. Meist tritt das Kirschauge bei jungen Hunden im Alter von unter zwei Jahren auf.

Wann zum Tierarzt?

Wenn Sie eine solche Schwellung am Auge Ihres Hundes bemerken, sollten Sie zeitnah einen Tierarzt aufsuchen. Auch wenn es kein akuter Notfall ist, sollte die vorgefallene Drüse nicht über längere Zeit ungeschützt der Luft ausgesetzt sein, da sie austrocknen und sich entzünden kann. Der Tierarzt kann die Diagnose stellen und die Behandlungsoptionen besprechen.

Behandlung

Die Behandlung der Wahl ist die chirurgische Reposition der Drüse. Dabei wird die Drüse durch eine spezielle Nahttechnik wieder an ihre ursprüngliche Position im dritten Augenlid zurückverlagert und fixiert. Die frühere Methode, die Drüse einfach zu entfernen, wird heute nicht mehr empfohlen, da dies fast immer zu einem chronisch trockenen Auge (Keratokonjunktivitis sicca) führt, das eine lebenslange Behandlung erfordert.

Vorsorge

Da es sich um eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche handelt, gibt es keine direkte Vorbeugung für den einzelnen Hund. Die einzige präventive Maßnahme ist eine verantwortungsvolle Zucht, bei der betroffene Tiere und deren direkte Verwandte nicht zur Zucht eingesetzt werden.

Betroffene Rassen

Diese Erkrankung tritt gehäuft bei bestimmten Rassen auf, darunter Französische Bulldogge, Beagle, Cocker Spaniel und Deutsche Dogge. Mehr zu rassetypischen Gesundheitsthemen finden Sie auf der jeweiligen Rassenseite.

Häufige Fragen

Kann das Kirschauge von selbst wieder weggehen?

In seltenen Fällen, besonders am Anfang, kann die Drüse von selbst wieder an ihren Platz zurückgleiten. Meistens ist der Vorfall jedoch dauerhaft oder tritt immer wieder auf (rezidiviert). Eine dauerhafte Lösung ist in der Regel nur durch eine Operation möglich.

Ist die Operation immer erfolgreich?

Die chirurgische Reposition hat eine hohe Erfolgsrate. Dennoch kann es in einem kleinen Prozentsatz der Fälle zu einem erneuten Vorfall kommen, insbesondere bei Rassen mit einer sehr ausgeprägten Veranlagung. Manchmal ist dann eine zweite Operation notwendig.

Was passiert, wenn man es nicht operieren lässt?

Eine dauerhaft vorgefallene Drüse kann sich chronisch entzünden und ihre Fähigkeit zur Tränenproduktion verlieren. Dies führt zu Reizungen und einem erhöhten Risiko für Bindehautentzündungen und langfristig zu einem trockenen Auge, was eine aufwendige, lebenslange Therapie mit Tränenersatzmitteln nach sich zieht.

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Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden Ihres Hundes wenden Sie sich bitte an eine Tierarztpraxis. Zuletzt fachlich geprüft: 28. August 2026.