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Pyometra (Gebärmuttervereiterung) beim Hund

Organe

Akuter Notfall: Bei Verdacht auf Pyometra (Gebärmuttervereiterung) sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren - nicht abwarten.

Kategorie
Organe
Notfall
Ja - sofort zum Tierarzt
Betroffene Rassen
Keine bekannte Rassehäufung
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Was ist das?

Die Pyometra ist eine lebensbedrohliche, eitrige Entzündung der Gebärmutter, die fast ausschließlich bei unkastrierten Hündinnen auftritt. Sie entwickelt sich typischerweise einige Wochen (meist 4-8) nach der Läufigkeit unter dem Einfluss des Hormons Progesteron. Man unterscheidet die offene Form, bei der Eiter aus der Scheide abfließt, von der geschlossenen Form, bei der sich der Eiter in der Gebärmutter staut.

Symptome

  • Bei offener Pyometra: eitriger, oft übelriechender Scheidenausfluss
  • Stark vermehrtes Trinken und Urinieren
  • Apathie, Schwäche und Fieber
  • Appetitlosigkeit und Erbrechen
  • Dicker, gespannter Bauch (besonders bei geschlossener Form)

Ursachen

Nach der Läufigkeit schafft der hohe Progesteronspiegel ideale Bedingungen für Bakterien, die aus der Scheide in die Gebärmutter aufsteigen. Das Hormon hemmt die lokalen Abwehrmechanismen und fördert die Sekretion der Gebärmutterschleimhaut, was zu einer Ansammlung von Flüssigkeit und schließlich zu einer massiven Eiteransammlung führt.

Wann zum Tierarzt?

Sofort! Eine Pyometra ist immer ein Notfall. Insbesondere die geschlossene Form kann schnell zu einer Ruptur der Gebärmutter, einer Bauchfellentzündung und einer tödlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen. Bei den genannten Symptomen bei einer unkastrierten Hündin nach der Läufigkeit müssen alle Alarmglocken läuten.

Behandlung

Die Therapie der Wahl ist die sofortige chirurgische Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke (Ovariohysterektomie). Dies ist ein Notfalleingriff, der die Infektionsquelle beseitigt. Vor und nach der Operation sind eine intensive intravenöse Flüssigkeitstherapie und eine Antibiotikabehandlung zur Stabilisierung des Kreislaufs und zur Bekämpfung der Sepsis entscheidend.

Vorsorge

Die einzige sichere und zu 100% wirksame Vorbeugung gegen eine Pyometra ist die Kastration der Hündin. Durch die Entfernung der Eierstöcke und Gebärmutter wird der hormonelle Zyklus unterbunden und die Krankheitsursache beseitigt.

Häufige Fragen

Meine Hündin ist schon sehr alt. Übersteht sie die Not-OP?

Obwohl jede Narkose ein Risiko birgt, ist die Operation die einzige lebensrettende Maßnahme. Das Risiko, an den Folgen der unbehandelten Pyometra (Sepsis, Nierenversagen) zu sterben, ist ungleich höher als das Narkoserisiko bei einem erfahrenen Team.

Gibt es auch eine Behandlung ohne Operation?

Eine medikamentelle Behandlung ist nur in sehr seltenen Ausnahmefällen bei jungen Zuchthündinnen mit offener Pyometra und gutem Allgemeinzustand eine Option. Sie ist mit hohen Risiken und einer hohen Rückfallquote verbunden und wird für die meisten Haushunde nicht empfohlen.

Kann meine Hündin eine Pyometra bekommen, obwohl sie nie Welpen hatte?

Ja, absolut. Die Erkrankung hat nichts damit zu tun, ob eine Hündin gedeckt wurde oder nicht. Jede unkastrierte Hündin kann nach jeder Läufigkeit eine Pyometra entwickeln, das Risiko steigt mit dem Alter.

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Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden Ihres Hundes wenden Sie sich bitte an eine Tierarztpraxis. Zuletzt fachlich geprüft: 28. August 2026.